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Inhalt
(Klick auf die Titel und du bekommst ein Appetithäppchen angezeigt)
  • Maxim
    Dystopische Betrachtungen entlang Heinrich Bölls Geschichte „Die Ungezählte Geliebte“
  • Huhn
    Ein kluger Hühnerhändler in Indien bekämpft den Hunger der Welt...mit Photoshop
  • Bomber und Paganini
    Ein stockdunkler Weinkeller und die Tücken der Meere
  • Emmi und Johannes
    Die Wehmut eines Erntepaars oder Gefühle müssen warten können. Manchmal Jahrzehnte
  • Mamadou
    Eine Liebe in Afrika, ein Festival am Strand und die Geburt eines begnadeten Trommlers
  • Kiki und Christina
    Gauner fangen in Umbrien, ein Kunstraub an der Lagune und ein Wiedersehen
  • Frida
    Jugentliche Schwärmereien im Bergischen, schlaue Vögel und eine späte Belohnung
  • Wimar
    ein Vorfahre des Autors auf der Suche nach einem Pastor im 30-Jährigen Krieg
  • Paul
    Ein Renter auf Suche nach einer Wohnung und Bequemlichkeit, Ruhe und gutem Essen
  • Unknown Artist
    Gedanken am Aggerknie über die Suche nach Glück, Schwadroneure und die Loire
  • Nubbel
    Das Ende eines lebenden Nubbels am Fahnenmast im Trubel eines Kirmesmontag
Das Buch erscheint ca. Mitte März 2021 in den Buchhandlungen.
ISBN: 978-3-96136-098-7

Preis: 16,00 Euro Ich bin jung und ich brauche das Geld...

Oder ab sofort beim Autor in Wahlscheid kontaktfrei abzuholen.
Hier per EMail bestellen! autor [@] lohmar.com

Mein Beitrag zum Ortsjubiläum


Ebenfalls erschienen: "Schüereball - Ein anderer Dorfkrimi"

Sie war ihm schon vor Wochen zum ersten Mal aufgefallen, als sie die zwei Dutzend Stufen der breiten, halbrunden Treppe vom Campus zum Eingang des Instituts hinaufschritt. Kurzer Rock, kniehohe, aus der Mode gefallene Stulpenstiefel, ein kariertes Baumwollhemd, eine schwarze Che-Guevara-Kappe auf der gelockten, mit einem dicken Baumwollband gebändigten Mähne, über der Schulter eine zerknautschte Ledertasche, gerade, fast überheblich stolze, ihr Umfeld herausfordernde Körperhaltung. Seitdem sieht er sie täglich und immer, wenn sie aus dem sonnenbestrahlten Teil der hellen Marmortreppe in den Schlagschatten der hohen Säulen am Eingangstor tritt, nimmt sie ihre Sonnenbrille ab und schiebt sie mit einem Bügel in den Ausschnitt ihres Hemdes, blinzelt kurz und schreitet ins Innere, wirft die Tasche achtlos auf das Fließband der Detektoranlage und geht, den leicht spöttischen Blick fest auf das Fotoauge der Erkennungsanlage gerichtet, durch den schmalen Durchlass des Detektors, um danach irgendwo in den weit verzweigten Gängen der Human-Space-Foundation zu verschwinden.

Das Innere des Gebäudes gehört nicht zu seiner Sektion. Maxim ist für die äußere Überwachung zuständig: Die Prüfung der Umgebung des Instituts, des Campus und die Personenkontrolle am Eingang. Er betrachtet noch einmal das Bild der schönen Frau. Ihr Foto hatte er schon vor Tagen per Screenshot auf seinem PC abgelegt. Die aktuelle Version der Überwachungssoftware erlaubt es sogar, durch die spezielle, allgemein vorgeschriebene Schutzmaske, die jeder Bürger seit Jahren in der Öffentlichkeit tragen muss, hindurchzuschauen. So kennt Maxim nicht nur die klugen, dunklen Augen, sondern auch ihren bronzefarbenen Teint, die vorwitzige, geschwungene Nase und ihre vollen Lippen. Und er kennt ihren Namen: Claudine al-Barsad, wohnhaft im Appartement #7, Johannes-Keppler-Weg, geboren vor achtundzwanzig Jahren auf den Malediven.

Ihre heutige Eingangsnummer, die täglich ab null Uhr bei eins beginnend automatisch neu hochgezählt wird, ist die 793. Welch eine spröde Zahl für ein so wunderbares Geschöpf! Siebenhundertdreiundneunzig. Die Wikinger überfallen die Mönche in Lindisfarne. Na toll.